In der Regel erfolgt eine Feuchtemessung im Labor, was sehr zeit- und kostenintensiv ist. Viele Anwender wollen daher die herkömmliche Feuchtemessung durch eine Prozess-Feuchtemessung ersetzen.

Dafür gibt es unter anderem diese innovative Lösung: Ein Sensor wird direkt im Prozess verbaut und ermöglicht kontinuierliche Messungen.

Ausgangssituation und Problematik

Um eine Feuchtemessung durchzuführen, wird eine Probe des zu untersuchenden Materials entnommen. Wird diese beliebig aus einem größeren Haufwerk gezogen, besteht oft die Problematik, dass diese nicht repräsentativ für die gesamte Charge ist.

Wird die Messung jedoch direkt im Prozess installiert, kann die Gesamtmenge hinsichtlich der Feuchtigkeit vermessen werden. Um Energie einzusparen, wird der Trocknungsvorgang gezielt überwacht.

Die Feuchtigkeit in der Charge ist normalerweise nicht ausgeglichen. Entweder ist das Material zu trocken oder zu nass. Ist es zu trocken, kostet es viel Primärenergie wie Öl, Gas oder Strom, um den richtigen Feuchtigkeitsgehalt zu erreichen.

Lässt man die Charge zu nass, spart man vielleicht diese Energie ein. Das Produkt lässt sich dann jedoch möglicherweise nicht mehr gut verarbeiten.

Funktionsweise der Feuchtemessung im Prozess

Die Sensoren der Firma Liebherr nutzen das kapazitative Messprinzip. Diese sind mit einem Kondensator ausgestattet, der ein Streufeld erzeugt. Gibt man in dieses Streufeld Materialien hinein, ändert der Kondensator seine Kapazität in Abhängigkeit vom Wassergehalt.

Die Kapazität wird in eine Frequenz umgesetzt, die gemessen wird. Je nach Änderung der Frequenz, lässt sich der Wert direkt in Feuchte umrechnen.

Mit 40 Messungen pro Sekunde können daher sehr präzise Messwerte geliefert werden. Die Sensorik kann Feuchten von 0 – 100 % erfassen.

Die Auflösung ist abhängig vom gemessenen Material und kann bis auf 0,01 % fallen. Beispielsweise gibt es spezielle Sensoren für den Bereich Öl, Diesel und Flüssigkeiten, die bis in den ppm-Bereich heruntergehen.

Wichtig ist, den bestmöglichen Einbauort auszuwählen, um präzise Messergebnisse zu erzielen.

Nutzen und Fazit

Der Vorteil einer Feuchtemessung direkt im Prozess zeigt sich dadurch, dass die Vorgänge in der Anlage unmittelbar am Ort zu beobachten sind. Dementsprechend einfach lassen sich die Prozesse steuern und regeln.

Die Vorteile zusammengefasst:

  • Zeit- und Kostenersparnis, da die Messung nicht im Labor vorgenommen werden muss
  • präzise Ergebnisse durch kontinuierliche Messungen
  • Anwendbarkeit auf eine Vielzahl von Rohstoffen und Materialien
  • liefert repräsentative Ergebnisse bezüglich der Feuchtigkeitsverteilung im Produkt
  • Kostenminimierung durch Vermeidung von Primärenergien

Weiterführende Informationen

Wer sich mit dem Thema Feuchtemessung beschäftigen möchte, findet weitere Informationen sowie die Kontaktdaten der Ansprechpartner auf der Homepage der Firma Liebherr: www.liebherr-feuchtemessung.de.